Gesangverein Liederkranz Sterbfritz 1883 e.V.



Artikel - Ibind 2016


Liederkranz beim Auftakt des Wirtshaussingens

DIE 9-KÖPFIGE GESANGSFORMATION „DIE ALTEN SÄCKE“ DES GESANGVEREINS LIEDERKRANZ STERBFRITZ GIBT ZUM SAISONAUFTAKT DES „IWINNER WIRTSHAUSGSANGS“ IN DEM HASSBERGISCHEN ORT IBIND EIN STELLDICHEIN. VERSTÄRKUNG FINDET DIE GRUPPE DURCH DIE WIRTSHAUSMUSIKANTEN AUS WEIPERZ.

Was vor etwa 5 Jahren als eine zufällige Hüttenbekanntschaft auf der Stablalm im österreichischen Lechtal begann, hat sich mittlerweile zu einer festen gesanglichen und musikalischen Verbindung zwischen hessischen und fränkischen Musikfreunden entwickelt. So war es eigentlich ganz logisch, dass die „Alten Säcke“ vom Liederkranz zur 13. Saisoneröffnung nach Ibind eingeladen wurden, was auch gerne angenommen wurde.

Musikanten und Sänger kommen nun wieder alle 14 Tage zum gemeinsamen Musizieren und Singen ins fränkische Gasthaus Faber-Rädlein in den altehrwürdigen „Tunnlsaal“. Seit 2004 hat der umtriebige Gastwirt Uwe Rädlein dieses ganz besondere Musikereignis ins Leben gerufen. Diese traditionelle Wirtshaus-Urtümlichkeit wird heutzutage mehr denn je als etwas ganz Besonderes angesehen.Auch der Bayerische Rundfunk gibt dort ab und zu ein Stelldichein und sendet aus der Hochburg des haßbergischen Wirtshaussingens. Im Jahre 2012 hat das Studio Franken des BR eine komplette Hörfunksendung aus dem fränkischen Gasthaus produziert. Im November 2014 bekamen die Ibinder Wirtsleute die bayernweit begehrte Auszeichnung „Musikantenfreundliches Wirtshaus“ als bislang zweites unterfränkisches Wirtshaus überhaupt vom Bayerischen Landesverband für Heimatpflege verliehen.

In der regionalen Tageszeitung Main-Post-Haßberge wurden wir bereits vorher auf der Titelzeile mit der Überschrift: „Auftakt mit Musik aus Hessen“ angekündigt. Anfang Oktober startete dann der Bus mit insgesamt 50 Gesangsfreunden Richtung Haßberge. Zu den sonst üblichen rund 80 sangesfreudigen Gästen gesellte sich unsere Busladung noch dazu, sodass der Saal brechend voll war.

Als dann die Veranstaltung gegen 20:00 Uhr beginnt, ziehen die „Iwinner Wirtshausschroller“ ein und begrüßen singend die Gäste. Den in deren Gruppe erkrankten Musiker Dieter Meisch ersetzt dieses Mal Michael Röll von den Weiperzer Wirtshausmusikanten an der Tuba. Schlag auf Schlag folgt ein Lied dem anderen, das sich jeder, der ein aufgerufenes Los gezogen hat, aus einem dicken Liederordner aussuchen kann. 130 begeisterte Sänger besingen aus voller Kehle die Heimat, den Kreuzberg, den Böhmerwald und das Frankenland. Manche Lieder sind mit ihren anzüglichen Texten nichts für zartbesaitete Gemüter, also echte Wirtshauslieder. Ganz in diesen Stil passen dann auch die Lieder der „Alten Säcke“, die lustig, manchmal frivol und auch manchmal nicht ganz ernst zu nehmen sind.

Der Wirt Uwe hatte uns mit 3 Gesangsblocks harmonisch in sein Programm mit eingebaut. Mit dem Erkennungslied „Wir sind die alten Säcke“ beginnt die gleichnamige Formation den Auftritt, gefolgt von dem Begrüßungslied „Willkommen“, dem „Bierlied“, „Die Pullbump“ und dem „Weinlied“. Zwischendurch wurde gemeinsam mit den Wirtshausmusikanten gesungen und gespielt u.a. mit „Hinter der Garage“, „Auf der Vogelwiese“, „Das Rehragout“ und „Kannst du Knödel kochen“. Verabschiedet haben sich zum Schluss „Die Alten Säcke“ mit dem Ernst Mosch Evergreen „Wir sagen Dankeschön“ und unserer Eigenkomposition „Mir sind die Jungs aus dem Kinzigtal („Die ahle Käuz).

Im Saal brodelt inzwischen die Stimmung. Es wird geschunkelt, geklatscht und manchmal hält es die Leute nicht mehr auf den Stühlen. Dann geht es im Stehen mit dem Maderl in die Heimat, übers Meer und schließlich geradewegs hinein in den Himmel. Bis zum Ende des gelungenen Abends spielen dann noch die „Öbern Wirtshausmusikanten“ alleine auf. Musikanten und Sänger beweisen an diesem Abend außerordentliches Durchhaltevermögen. Alle legen sich noch einmal mächtig ins Zeug, bevor die ersten Gäste gegen 24:00 Uhr aufbrechen.

Auf dem Nachhauseweg fragt sich derweil der ein oder andere, wo denn wohl „des Gerchla“ (der Georg) sein könnte. Diesen Ohrwurm bekommt man so schnell nicht wieder los.

Weit nach Mitternacht setzt sich der Bus Richtung Sinntal in Bewegung, mit dem Versprechen an den Wirt Uwe, im nächsten Jahr wieder was gemeinsam zu unternehmen.

Artikel: Gerhard Muth

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Mainpost-Artikel:
www.mainpost.de/regional/hassberge/Schlager-Tuba;art1726,9376071